Englisch oder Französisch?

 

Englisch oder Französisch als 1. Fremdsprache?

Einerseits unterscheiden sich Englisch und Französisch in den Schwierigkeiten, die das Erlernen macht. Andererseits sind die gemeinsamen Anforderungen des Erlernens der modernen Fremdsprachen Englisch und Französisch weitaus bedeutsamer.

Gemeinsame Anforderungen des Erlernens der modernen Fremdsprachen Englisch und Französisch

  Konzentrationsvermögen 
  Fähigkeit, Laute möglichst genau zu unterscheiden, und sich an nicht-deutsche Laute anzupassen 
  Fähigkeit, fremdsprachliche Laute nachzuahmen 
  Bereitschaft/Reife, sich in einer fremden Sprache zu artikulieren 
  Bereitschaft zu möglichst aktiver (mündlicher) Mitarbeit im Unterricht 
  Gewöhnung an die Nicht-Übereinstimmung zwischen Lautbild und Schriftbild 
  Bereitschaft zu sorgfältiger und kontinuierlicher häuslicher Arbeit (Nachbereitung) 

 

Unterschiede im Erlernen der modernen Fremdsprachen Englisch und Französisch

Englisch

Französisch

stark „unsystematische“ Sprache (eher wenige Regeln; viele Ausnahmen)

stärker logische, systematische Sprache

relativ wenige grammatikalische Regeln mit vielen Uneindeutigkeiten und Ausnahmen

relativ viele (klare) grammatikalische Regeln mit einer eher begrenzten Zahl von Ausnahmen

viele schwer nach Richtig und Falsch entscheidbare „Streitfälle“

„Streitfälle“ in der Regel definitiv und insofern leicht entscheidbar

extrem breiter, uneinheitlicher, Verwechslungen provozierender Wortschatz ("germanischer" und "romanischer" Herkunft)

Wortschatz mit starker Verwandtschaft zum Lateinischen (fast ausschließlich "romanischer" Herkunft)

insgesamt reduzierte Formenzahl

stark ausgeprägte Formenvielfalt (ähnlich wie im Lateinischen)

 

Alle Aussagen darüber, welche Fremdsprachenfolge die “schwierigere” ist, sind vom Grundsatz her falsch, weil sie die Individualität des oder der jeweiligen Lernenden außer Acht lassen.

Die grammatikalischen Strukturen des Französischen sind deutlicher entwickelt, und deshalb stellt es eine echte Alternative gegenüber Englisch als 1. Fremdsprache dar. Das Französische hat den für viele Lernende hilfreichen Vorteil, dass es eine systematische Sprache mit sehr klaren Regeln ist, die zudem weitere Fremdsprachen erschließen hilft. Die rasche Anwendbarkeit der Sprache in einem Nachbarland “in der Nähe” ist ebenfalls ein wichtiger Gesichtspunkt.