Benefizkonzert der Bürgerstiftung "Lebenswertes Neustadt" im Saalbau: "Unsere Schulen - unsere Zukunft"

Alle Fotos von Christian Gutschaft

Alle Fotos von Christian Gutschaft (MSS 13)

Medienbericht von Andrea Zimmermann

 

Fulminante Premiere - Großes Finale mit Freddie Mercury

Benefizkonzert der Bürgerstiftung bringt 250 Neustadter Gymnasiasten und Grundschüler im Saalbau zusammen – Wiederholung erwünscht

"Unserer Schulen, unsere Zukunft" lautete das Motto des ersten Benefizkonzertes für die Ausstattung der Einrichtungen mit neuen Medien, initiiert von der Neustadter Bürgerstiftung. Im gut besuchten Neustadter Saalbau bewiesen die vier Instrumentalensembles und drei Chöre der Neustadter Gymnasien und der Schöntal-Grundschule Können und Vielseitigkeit. Die etwa 250 Akteure zeigten bei dieser Premiere Begeisterung, Enthusiasmus und Lebensfreude für die "eigene Sache" und zogen mit jedem Beitrag das Publikum aufs Neue in ihren Bann.

 

Vorwiegend Pop und Rock wird geboten, aber auch der Einstieg des Orchesters des Kurfürst-Ruprecht-Gymnasium mit einem "alten Stück" von Antonin Dvorak (1841-1904), dem ersten Satz der Sinfonie "Aus der neuen Welt", lässt aufhören. Das mit gut 50 Instrumentalisten größte Ensemble des Abends folgt dem munteren Dirigat von Johannes Wiemer punktgenau, mal einschmeichelnd, dann wieder majestätisch aufspielend. Immer wieder treten Solisten und Instrumentalgruppen hervor. So auch beim nachfolgenden Star-Wars-Medley, das den populären Themenschwerpunkt - wie in der Filmmusik von John Williams - orchestral umsetzt. Die ganze Bandbreite eines Sinfonie-Orchesters bis hin zur Harfe kommt zum Einsatz,  der Zuhörer taucht ein in die gigantische Wirkung der monumentalen Klänge, die durch stetigen Wechsel von zarten Motiven und dem kraftvollen Hauptthema besondere Spannung erhalten. Dieses Stück zieht auch notorische Klassik-Verweiger in seinen Bann.

Kontrastreiche Programmabfolgen machen den dreistündigen Konzertabend besonders spannend. "Das sind unsere jüngsten Akteure", kündigt Katharina Schupp vom Käthe-Kollwitz-Gymnasium die Grundschüler der Schöntalschule an. Sie moderiert gemeinsam mit den Schülersprecherinnen Tatjana Grote (Leibniz-Gymnasium) und Anna Catarata (Kurfürst-Ruprecht-Gymnasium) das Programm. Aus ihrem jüngsten Musical "Aufregung am Eichenbaum" singen die Kinder unter Leitung von Christiane Eschbacher zwei Titel. "Rabe Robert" fasst die Vorgeschichte zusammen, die vom Verlust der alten Eiche als Lebensraum handelt. An einer Versammlung der Tiere zur Wohnungsnot nehmen Ameisen, Käfer, Spechte oder Fledermäuse (in Kostümen) teil. "Helft uns, zu erhalten diesen Baum", singen die Kinder mit gestenreicher Ausdeutung.

"Es ist schön, wenn man schon in jungen Jahren Bühnenerfahrung sammelt", meint Tatjana Grote, die den Auftritt der Kleinen, die viel Beifall erhielten, gebührend lobt. Man habe auch später noch schöne Erinnerungen, zum Beispiel an Probenfreizeiten, leitet sie über zum Beitrag der Käthe-Kollwitz-Bigband. Bandleader Pascal Koppenhöfer erläutert, dass die Gruppe sich auf einer Probenfreizeit in Weidenthal befinde und für dieses Konzert zurückgekommen sei. "Und am Sonntag wirken wir beim Multi-Kulti-Festival in Neustadt mit, das ist schon fast eine Konzerttournee." Einen super Sound entwickelt die Gruppe bei "Sittin' in the dock of the bay" (Otis Redding) mit vielen Saxophon-Soli. Das volkstümliche Lied "Oh, du lieber Augustin" ist humorig in das Stück "Spinning Wheel" (Blood, Sweat and Tears) eingebaut. Die beiden Protagonisten, die eher beiläufig mit Koffer und Hinweisschild über die Bühne traben, entpuppen sich als powervolle Gesangssolisten des nächsten Beitrages "Think" nach Aretha Frankling. Bei "Love shack" (B52’s) , einem "verrückten Stück", wie es Koppenhöfer bezeichnet, singt er selbst das kuriose Intro und überlässt nachfolgend immer wieder seinen zahlreichen Instrumentalsolisten bei ihren pfiffigen Einlagen die Bühne.

"Jetzt wird es gleich bunt", kündigt Anna Catarata den Chor des Leibniz-Gymnasiums an und verspricht nicht zu viel. Auf ihren blauen Wassertonnen gibt die Percussion-AG den Beat vor. "We're gonna take it" (Twisted Sister) lautet der erste Song mit effektvoller rhythmischer Untermalung, begleitet von einer perfekten Crew mit Schlagzeug, Piano und E-Gitarre. Bunt sind die in Schwarz gewandeten Sängerinnen und Sänger zwar nicht, dafür umso mehr die Effekte. Beim Song "Don't wann a miss a thing" (Aerosmith) geht ein aus Bühnenelementen gefertigtes Herz im Zentrum der Bühne auf. Faszinierend sind die Schwarzlicht-Effekte mit bunt reflektierenden Herzen, von den Sängerinnen und Sängern im Einklang zur Musik bewegt. Der Chor untermalt die schönen solistischen Parts mit Schwung, überzeugt durch starke Präsenz. Abschließender Höhepunkt der Darbietung ist das bekannte "Let me entertain you", bei dem gleich mehrere Gruppen der Schule perfekt zusammenwirken. So sind es neben Chorleiterin Ann-Kristin Gelder auch die Musik-Kolleginnen Karin Commer, Imke Deeters und Sophie Johannes, die als Team die beeindruckende Bühnenshow, zu der auch eine Tanzgruppe zählt, kreiiert haben. Nach der Pause setzt das Leibniz mit seiner Big-Band das Programm fort. "Abracadabra" lautet das erste zauberhafte Stück (Larry Barton), das nicht nur im Plenum sauber gespielt wird. Denn wie auch beim nachfolgenden "A Bands gotta do what a bands gotta do" von Paul Clark ist die Bühne frei für viele junge Talente, die sich am Solistenpult abwechseln. Hand in Hand greift auch der Wechsel der Bandleader Ralph "Mosch" Himmler und Michael Gilb, die, wie alle anderen Intrumental-Dirgenten zuvor, ihre Stücke selbst mit Witz moderieren. Beim "Walk the Dinosaur" (Randy Jacobs) wird das Publikum mit einbezogen, das nicht nur gerne mitklatscht, sondern auch beim "Bum, bum, agalaga" einstimmt.

Ein Kontrastprogramm nach all der Bigband- und Bühnenpower präsentiert der junge Chor des Käthe-Kollwitz-Gymnasiums mit seiner Leiterin Kerstin von Broich, nur von Gitarre und Cahon begleitet. Mit klaren Stimme und sauberer Intonation interpretieren die etwa 30 Mädchen und Jungen "One call away" (Charlie Puth) und "Ghost" (Jamie Lee Krivietz). Ein Beitrag, bei dem der Gesang im Vordergrund steht und der dank der schönen Stimmen und des empathischen Vortrages auf aufwändige Choreographie verzichten kann. Den gewaltigen Schlusspunkt setzt die Bigband des Kurfürst-Ruprecht-Gymnasiums mit zwei Beiträgen. Beim "Strike up the Band" (George Gershwin) brilliert ein junger Tenor-Saxophonist, während die Band eindrucksvolle Begleitakzente setzt, von Dirigent Carsten Wegner nahezu tänzerisch initiiert. "Kids" ist ein Stück zum Mitmachen, und das Publikum skandiert eifrig den Refrain "Jump on board". Den Ton geben stimmungsvoll drei junge, sehr versierte Vokalsolisten an. Höhepunkt des Auftritts ist das "It's raining men" (The Weather Girls), bei dem zur KRG-Bigband auch das KRG-Orchester aufspielt. Die überaus große Instrumentalgruppe erntet Beifallsstürme für ihre perfekte und fulminante Interpretation.

Standing Ovations zollt das Publikum dem furiosen Finale, zu dem sich alle 250 Akteure auf der Bühne versammeln. "We are the Champions" (Freddy Mercury) ertönte es aus vielen Kehlen, und auch der Saal stimmt überzeugt in den Refrain ein.

Medienbericht von Andrea Zimmermann